St. Barbara-Kirche

Die St. Barbara-Kirche in Rienharz ist einer der ältesten Kirchen im Welzeimer Wald. Alte Erzählungen berichten davon, dass sich einst bei Burgholz das Nibel-gauschloß befand. In ihm habe zuletzt ein Fräulein gewohnt, das vor 1000 Jahren das Kirchlein in Rienharz stiftete. Auf der Außenseite einer Glocke befindet sich die römische Zahl M (1000). Forscher vermuten, dass dies ein Hinweis auf das Stiftungsjahr sein kann. Andere deuten das M als eine Abkürzung für Maria, da 1478 Bischof Ulrich die Kirche zusätzlich zur Heiligen Barbara, der Schutzheiligen bei Gewitter, zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria weihte. In einer Sage wird dem "Wetter-glöckle" (Foto) die Kraft zugechrieben, durch ihr Geläute aufziehende Gewitter vertreiben zu können. Sie trägt die Inschrift: "O Jesus Maria hilf uns und das heilig Kreuz". Gegossen vermutlich 1476 von Glockengießer Jost. Seit 1950 befindet sich eine Gedächtnis-glocke im Rienharzer Kirchturm. Sie trägt die Inschrift: "Unsere Gefallenen 1939 bis 1945."

Geschichte

  • 1473 urkundliche Erwähnung eines Holzkirchleins
  • 1476 Bau einer Steinkirche und Guß des Wetterglöckle
  • 1478 Weihe der St. Barbara-Kirche
  • 1537 Einführung der Reformation
  • 1996 Turmerhöhung
  • 1950 eine weitere neue Glocke
  • 1998 heutige Orgel

Ein Dorf schwelgt in Erinnerung

Alfdorf-Rienharz (eb). Es ist ein Glücksfall: Der verschollene Film, den Wolfgang Wünsch 1976 für die evangelische Kirchengemeinde Rienharz gedreht hatte, ist wieder aufgetaucht. Er wurde jetzt in Rienharz gezeigt. So voll ist die Rienharzer Kirche sonst kaum einmal wie an diesem stürmischen Sonntagnachmittag.

Die Mitglieder des Kirchengemeinderats schleppen alle verfügbaren Stühle an und nach der Vorführung geht gar der Kaffee aus. Pfarrer i.R. Eberhard Braun und der Regisseur und Autor des Films „500 Jahre St. Barbara zu Rienharz - ein Dorf feiert die Geschichte seiner Kirche“, Wolfgang Wünsch, erinnerten nach Begrüßungsworten von Ortspfarrer Markus Eckert an die Entstehung des Films zum 500-jährigen Bestehen der St.-Barbara-Kirche im Jahr 1976.

Sagen und Geschichten um die Kirche

Und dann: der Film! Szenen vom Gottesdienst, den der damalige Prälat und spätere Landesbischof Hans von Keler mit der Gemeinde feierte, Grußworte der Dekane Josenhans und Kirn, Bürgermeister Gölz und Schulrat Häck, Historisches aus der Bau- und Kirchengeschichte mit dem Heimatforscher Helmut Glock, Sagen und Geschichten um Kirche und Wetterglöckle mit Pfarrer Eberhard Braun, Posaunen- und Alphornbläserklänge und romantische Lieder vom Liederkranz Rienharz, buntes Festtreiben der Kinder und Jugendlichen und zum Abschluss das Lied der drei alten Rienharzer in den Sonnenuntergang hinein. In einer eigenartigen Mischung aus Wehmut, Nostalgie und ausgelassener Freude schwelgten die Rienharzer und viele andere, die mit dem Kirchlein und der sich dort zweimal im Monat versammelnden Gemeinde verbunden sind, in Erinnerungen.

Ein Tag der Begegnungen

Das war ein richtig schöner Tag mit vielen Begegnungen - auch mit Menschen, die nicht mehr unter den Lebenden sind und doch dazugehören zur Geschichte der Rienharzer Kirche! Manche haben die Wahrheit jener alten Weisheit gespürt, die sagt: Wirklich tot sind Menschen erst dann, wenn sich niemand mehr an sie erinnert. Dieser Nachmittag war ganz lebendig, und dass es den Rienharzer Film jetzt auf DVD zu kaufen gibt, wird die Erinnerung weitertragen. Dafür dankt die Kirchengemeinde dem Welzheimer Filmemacher Reinhold Bertz herzlich.

Bestellungen nehmen die Mitglieder des Rienharzer Kirchengemeinderats und das Welzheimer Gemeindebüro, Johannes-von-Hieber-Straße 7, Telefon 07182 4953105, entgegen. Der Preis beträgt 20 Euro und kommt nach Abzug der Materialkosten ganz der Erhaltung der St.-Barbara-Kirche zugute.