Kronenkreuz
Welzheim (mb).
Die ehemalige Welzheimer evangelische Pfarrfrau Renate
Brau hat das goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen bekommen.
Sechs ehrenamtlich tätige Personen erhielten im Schorndorfer Martin-Luther-Haus das goldene Kronenkreuz verliehen. Die ist die höchste Auszeichnung vergeben werden kann. Unter den Geehrten befand sich auf Renate Braun, die Ehepartnerin des Welzheimer Ehrenbürgers Pfarrer in Ruhe Eberhard Braun.
Obwohl sechs ehrenamtliche Menschen geehrt wurden, das Schorndorfer Martin-Luther-Haus war zur Hälfte mit Menschen aus Welzheim gefüllt. Die Teilnehmenden brachten damit ihre Wertschätzung, Dankbarkeit und Verehrung Renate Braun gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Darunter die von ihr gegründeten Welzheimer Selbsthilfegruppen. Viele Menschen hatte sie still, bescheiden doch hingebungs- und aufopferungsvoll begleitet, ja das Leben gerettet. „Reante, du warst immer für uns da", meinte die Welzheimer Elsbeth Maier. „Eine Pfarrersehepaar wie Brauns gibt es in der 100 höchsten ein Mal in hundert Jahren", meinte eine andere Person und fügt weiter aus: „ Es ging Renate Braun nie um ihre Person, aber immer um die Menschen, die Enttabuisierung des Themas Sucht und die Würde ihrer Klienten." Eine besondere Überraschung für Renate Braun war, dass ihr zu Ehren der vollständige interreligiöse Dialog angereist kam und ihr Blumen und Geschenke überreichten. Dass selbst muslimische Freundinnen und Freunde an der Feier teilnehmen rührte Renate Braun zu tiefst.
Die Würdigung von Eckhard Mack während der von Musik umrahmten Festrede für Renate Braun. Mehrmals wurde die Rede vom begeisterten Applaus der Welzheimer Gäste in Schorndorf unterbrochen. Hier die Rede:" Nun zu den Schorndorfer Suchtkrankenhelferinnen und -helfern:
Ich beginne alphabetisch, sage also zunächst ein paar Worte zu Renate Braun:
Sie baute - nach anfänglicher Teilnahme an Gruppen in Schorndorf - in Welzheim, dem Ort ihrer Gemeinde, eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige auf und prägte und leitete diese über lange Jahre. Darüber hinaus engagierte sie sich bei unzähligen Einzelbetreuungen, begleitete viele Menschen im Pfarrhaus in Welzheim, unternahm Klinikfahrten und vieles andere mehr. Sie koordinierte jährliche Seminartage in Welzheim mit den verschiedenen Welzheimer Selbsthilfegruppen. Renate Braun sorgte dafür, dass das Thema Sucht und Abhängigkeit in der Kirchengemeinde und bei deren Verantwortlichen aufgenommen und thematisiert wurde, was positive Auswirkungen hatte bis hin zur Kirchenleitung. Durch ihre Person und ihr Wirken wurde in der Stadt Welzheim ein Bewusstsein für Suchtgefahren und eine Akzeptanz der Suchthilfe in der Öffentlichkeit geschaffen. - Zusätzlich baute Renate Braun eine Gruppe für seelisch belastete Menschen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Welzheim als Angebot der Kirchengemeinde auf. - So hat sie viele Menschen, die auf ihrem Weg in Krisen steckten, mit ihrer Hilfe und Begleitung nachhaltig unterstützt. Sie tat dies alles in ihrer bescheidenen Art, aber mit großer Überzeugungskraft, Herzblut und Geduld. - Nach dem Wegzug der Eheleute Braun im Herbst 2007 von Welzheim nach Reutlingen blieben die von Renate Braun aufgebauten Gruppen bis heute bestehen (einige Mitglieder machen dies auch mit ihrer Anwesenheit hier deutlich). Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrer Fachkenntnis, auch durch die Ausbildung zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelferin beim DWW, ist sie auch heute bereit, sich einzubringen.
Als Außensprechstunden-Mitarbeiter der Beratungsstelle hatte ich persönlich mit Renate Braun fast jede Woche in der langen Zeit Kontakt. Wir schafften intensiv zusammen, spielten uns die Bälle zu und ergänzten uns dabei gegenseitig. Für dieses engagierte und vertrauensvolle Miteinander bin ich Dir, liebe Renate, ganz persönlich besonders dankbar, es war eine sehr gute und erfüllende Zeit. Und ganz nebenbei: Im Pfarrhaus gab´s bei Brauns auch immer einen vorzüglichen Espresso. Dank an dieser Stelle auch dem Ehemann von Renate Braun, dem langjährigen Welzheimer Pfarrer und Ehrenbürger der Stadt Welzheim, Eberhard Braun, für alle Unterstützung im Hintergrund, aber auch fürs Planen und Durchführen von Veranstaltungen, wie mehrfach das Feiern von Sucht- und Diakoniegottesdiensten. Das Entscheidende bei allem Tun der Suchtkrankenhelferinnen und -helfer ist jedoch, wie sie auf die Menschen, insbesondere die neu Ankommenden, wirken und von diesen erlebt werden."