Kreuzweg
Die A.C.K.-Welzheim hat die Karwoche mit einem Kreuzweg
durch die Stadt begangen. Christen und Christinnen erinnerten in der Karwoche
an das Leiden von Jesus aus Nazareth. Sie verehrten in dieser Person den Sohn
Gottes, der in der Welt lebte, gelitten hat und am Kreuz gestorben ist. Einer
alten Tratdition nach versuchten die Gläubigen dem Leidensweg Jesu zu folgen
und betrachteten gemeinsam den Kreuzweg. Dabei wurden zu den biblischen Texten
Erinnerung an das heutige Leiden von Menschen gestellt. Nach der neuen
Läuteordnung der St.-Gallus-Kirche, ertönte von deren Turm das Passionsgeläut
mit nur zwei Glocken, um die Gläubigen zum würdigen Beginn der Karwoche
einzuladen. Der ökumenische Kreuzweg durch die Stadt Welzheim begann dann vor
den Türen der Christus-König-Kirche und Diakon Alfred Teply eröffnete die Feier
unter Gesang, Gebet und Lesungen aus der Heiligen Schrift.
Danach zogen
Menschen aus allen Welzheimer Kirchengemeinde einem von Mitgliedern der A.C.K.
vorbereiteten Weg durch die Stadt. Sie folgten dabei einem großen schlichten
Holzkreuz, das an verschiedenen Orten der Stadt aufgestellt wurde und um das
sich dann die Teilnehmenden versammelten. "Wir beten dich an, Herr Jesus
Christus und preisen dich", mit diesen Worten begann jede Station und die
Gemeinde antwortete: "Denn durch ein heiliges Kreuz hast du die Welt
erlöst". Danach sprach eine Person "Wir richten das Kreuz hier auf
und denken an Menschen". Ein biblischer Text, eine Ausführung dazu und ein
Gebet folgte, das mit den gemeinsamen Worten: "Deine Tod o Herr, verkünden
wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."
Die erste Station befand sich am Limesgymnasium mit deren Schüler/innen. Hier
gedachten die Kreuzwegteilnehmenden an die Opfer von Leistungsdruck, Mobbing,
Drogen und des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen. Am
Gottlob-Bauknecht-Platz erinnerte die Kreuzweggemeinde an die Finanz- und
Wirschaftskrise, sowie die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung und
deren Angst vor der Zukunft. Vor dem Notariat, dem ehemaligen KZ, befasste sich
der Kreuzweg mit der Würde des Menschen, besonders derer, die sich im KZ
befanden und aller, die sich mit ihnen solidarisierten, wie z. B. die
Welzheimerin Musiklehrerin Hanna Müller. Frau Hanna Müller versorgte die
Häftlinge heimlich mit Lebensmitteln. Dieses Geheimnis erfuhr Welzheim erst
nach ihrem Tod. Auf dem Friedhof Rudersberger Straße betete die
Kreuzweggemeinschaft für die Kranken und gedachte der Toten. Dann zogen die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter den Klängen der Kreuz- und Betglocke,
deren Inschrift an die in den Weltkriegen Gefallenen erinnert in die
St.-Gallus-Kirche ein.
Im Gotteshaus erwartete das Friedensgebet den Kreuzweg.
Gemeinsam sangen die Menschen Lieder und Gesänge, die sich mit der
Passionsgeschichte befassten. Auch die Gebete befassten sich mit den Kreuzwegen
der Welt und des Lebens. Der evangelische geschäftsführende Pfarrer Jürgen
Ebert sprach über einen Text von Lothar Zenetti: „Was keiner wagt, das sollt
ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus,
was keiner denkt, das wagt zu denken,
was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sagt doch ja.
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein.
Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht.
Das Kreuz des Jesus Christus
durchkreuzt was ist
und macht alles neu."
Danach entzündeten die Friedensgebetsbesucher/innen Kerzen als Hoffnungslichter für die alle Menschen, die einen persönlichen Kreuzweg beschreiten und legten einander die Hand auf die Schulter, zum Zeichen, dass Christen und Christinnen einander auf schweren Lebenswegen begleiten.