Investitur von Markus Eckert

Dekan Teich mit Markus EckertWelzheim (ek), 19.10.2008

Der evangelische Kirchengemeinderat der Gesamtkirchengemeinde Welzheim hat Markus Eckert zum Pfarrer gewählt und mit ihm und der ganzen Gemeinde seine Investitur begangen.

Knapp 12 Monate wirkte Markus Eckert als Pfarrer zur Anstellung in Welzheim und besonders in Rienharz. Nun wählte der Kirchengemeinderat den sympathischen jungen Familienvater zum ständigen Pfarrer der Pfarrstelle West und damit zum Nachfolger des beliebten Pfarrers Dieter Hecht, der letztes Jahr in Ruhestand ging. Pfarrer Markus Eckert eroberte in kurzer Zeit die Herzen vieler in Welzheim und Rienharz. Er verkörpert ein Bild von Kirche, das sich viele heutige Zeitgenossen herbeisehnen: frisch, jung, offen, ehrlich, humor- und schwungvoll. Einfach menschlich, ein Original.

Noch vor einem Jahr konnte die St-Gallus-Kirche am Kirchweihsonntag kaum die Menschen fassen, die sich von dem geachteten Ehrenbürger und Pfarrer Eberhard Braun und seiner Frau Renate verabschieden wollten. Welzheim erlebte an diesem Tag bewegende Momente. Nun, am Kirchweihsonntag 2008 füllte sich das evangelische Gotteshaus Welzheims wieder mit einer großen Gemeinde zur Investitur von Pfarrer Markus Eckert.

Wie bereits Tradition, begann der Kirchweihsonntag mit einer Kirchwegwanderung von Wahlenheim von Welzheim. Eine herbstliche Bilderbuchwanderung mit zarten Nebelschwaden, leichtem weißen Frost, rosa Morgenrot und buntem Laub. Kirchwegwanderung kann ja auch sozusagen bedeuten: auf den Spuren der Vorfahren im Glauben, die vor uns hier die Wege zum Gottesdienst gingen sich als neuer einreihen, und mit durch Zeiten als Geistlicher wandern. Vor dem Welzheimer Gotteshaus stärkten sich dann die Wanderten am Ziel mit heißem Kaffee und frischem Kirbekuchen.

Dann zog der Kirchengemeinderat, die Investiturzeugen und -zeuginnen, Pfarrerskollegin und -kollegen, sowie Dekan Volker Teich aus Schorndorf zusammen mit Pfarrer Eckert unter den Klängen der Kirchenglocken zum Investiturgottesdienst in die St.-Gallus-Kirche. Der Kirchen- und Posaunenchor umrahmte den Gottesdienst mit altehrwürdigem und modernem Liedgut. Einfach passend zu der Art und Weise wie Welzheim seither Pfarrer Eckert erlebt hat: Er ist hochmusikalisch und dazu noch kabarettbegabt. Dann folgte der Höhepunkt dieser Stunde. Dekan Teich segnete den vor ihm vor dem Altar knienden Markus Eckert zum ständigen Pfarrer ein. Danach folgte die Predigt von Pfarrer Eckert. Diese gipfelte in den Gedanken, dass es gut ist, dass es die Kirche gibt und nicht aus Mauern besteht, sondern aus Menschen, die über sich hinauswachsen, so wie es Jesus Christus auch getan hat. Dazu sei das Original Jesus nötig und Menschen, die durch den Mann aus Nazareth zu Originalen werden, so der junge Theologe. Ein guter Ansatz für eine Kirchengemeinde mit ca. 54 Gruppen und Kreisen, die sich im Umbruch befindet, nach zwei einschneidenden Pfarrerwechseln. Aber auch eine notwendige Botschaft für eine Kirche in einer Gesellschaft, die von egoistischem Anspruchsdenken geprägt ist und vor den Trümmern der weltweiten Finanzwirtschaft steht. Menschen, die über sich selbst hinauswachsen, sind in diesen Prozessen vor Ort und global entscheidend und wegweisend. Mauern, gebaut aus Berührungsängsten können so überwunden werden. Begegnung und Beziehungen werden möglich. Die Bibel drückt das mit Worten aus, die im Investiturgottesdienst zu hören waren: "Tut nichts um eitler Ehre willen. In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst; und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was des anderen ist."

Dekan Teich mit Pfarrer Eckert und FamilieNach dem Gottesdienst folgten Grußworte aus dem kirchlichen und öffentlichen Leben im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Peppig umrahmte das Programm die Jugendkantorei. Dekan Teich eröffnete der anwesenden Gemeinde, dass Pfarrer Eckert in wenigen Wochen eines der höchsten Ämter das das Dekanat Schorndorf zu vergeben hat, erhalten wird. Pfarrer Eckert wird Mitglied im Kirchenbezirksausschuss. Dabei war spürbar: Mit Pfarrer Eckert investiert die Kirche in einen positiven Werbeträger, ein Original. Mit ihm kann sie mit einem tiefsinnigen und heiteren Gesicht, nicht nur in die Zukunft blicken, sondern auch gemeinsam miteinander einander mitnehmend gehend, ja womöglich, über die eine oder andere Mauer springen.