Christi Himmelfahrt

Welzheim (mb).

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Welzheim hat ihren traditionellen Gottesdienst zum Fest Christi Himmelfahrt im Ostkastell gefeiert.

Das Hochfest der Himmelfahrt Christi ist in der Liturgie von Jerusalem seit 383/384 durch den Bericht der Pilgerin Egeria bezeugt. Gemäß den lukanischen Texten ist der Termin vierzig Tage nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten.

Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet wird.

Drei Tage vor Christi Himmelfahrt finden in katholischen Gegenden die Bitttage statt. An diesen Tagen finden die sogenannten Bittprozessionen statt. Diese Prozessionen um die Felder der Gemeinden oder von Ort zu Ort dienen der Fürbitte um eine gute Ernte.

Im katholischen Brauchtum aus dem Barock einiger Gegenden wird die Statue des Auferstandenen an Christi Himmelfahrt durch das „Heiliggeistloch" auf den Kirchenspeicher gezogen.

In Welzheim ist es üblich geworden, dass sich Christinnen und Christen aus allen Kirchen sowie Gäste aus der Umgebung, zum „Freiluft-Gottesdienst" beim Tor des Ostkastells sammeln.

Der große evangelische Posaunenchor des CVJMs umrahmte den Gottesdienst beeindruckend mit wunderschönen Melodien zum zuhören oder mitsingen. Diakon Alfred Teply und Prädikant Martin Becker führten durch die festliche Liturgie. Zu Beginn scherzte Becker bei der Begrüßung der reichlich versammelten Gemeinde: „Heute ist Vatertag" und fuhr fort: „Ja es ist Vatertag. Jesus kehrt zu seinem Vater, hinein in den Ursprung aus dem er kam. Der menschgewordene und sichtbare Christus geht hinüber in die unsichtbare Wirklichkeit die uns umgibt, um für alle spürbar und erfahrbar zu sein. Der Liederdichter Gerhard Teerstegen drückt diese Form der inneren Himmelfahrt so aus: Du kannst alles allerorten, nun erfülln und nahe sein. Meines armen Herzenspforten, stell ich offen, komm herein! Komm du König aller Ehren, du musst auch bei mir einkehren; ewig leb in mir und wohn, als in deinem Himmelsthron." Die Gebete und die Lesung drehten sich um den in den Himmel gefahrenen Christus, der für Prädikant Becker und Diakon Teply nun unter uns erfahrbar ist.

Das Wechselspiel von Sonne, Wolken und blauem Himmel begleiteten den Gottesdienst zum Thema passend eindrucksvoll.

Mit Applaus dankten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher den musikalischen Beiträgen und des Posaunenchor, den Kindern die Liedblätter fröhlich wedelnd austeilten und das Opfer für die Arbeit der ACK sammelten sowie bei Mesner Vogel für die Vorbereitung.

Die große Menge von Menschen, die zum Gottesdienst im Ostkastell feierte, verströme nach dem Segen nicht in alle Himmelsrichtungen, sondern blieb noch gemütlich beieinander sitzen. Der Posaunenchor bewirtete alle flink und zuvorkommend mit Getränke und Speisen. Dabei lobten alle den vorbildlich von jungen Menschen des CVJMs in der Küche des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses köstlich zubereiteten Schweinebraten. Dazu gab es Kartoffelsalat und Bauernbrot. Wer Lust hatte, konnte auch eine frische Grillwurst mit Weckle verspeisen. Doch der erstklassig gelungene Braten war und blieb der Renner. Ein gelungenes Fest für Leib und Seele.