Frieden ohne Glotze

Am Mittwoch berichtete Silfredo Dalferth im Bonhoefferhaus über die Bemühungen der Christen in aller Welt sich für den Frieden einzusetzen.

Silfredo Dalferth ist gebürtiger Brasilianer und schnell wurde klar, dass für jemanden in Brasilien Friede etwas anderes bedeutet, als für Deutsche. Denn in den Slums der großen Städte in Mittel- und Südamerika herrscht teilweise Krieg. „Als Jugendlicher bin ich noch in die Slums gegangen, aber jetzt als Familienvater mache ich das nicht mehr."

Mit mehr als tausend Christinnen und Christen aus aller Welt hat Silfredo Dalferth an einer Konferenz des Ökumenischen Rats der Kirchen teilgenommen, die sich über die Möglichkeiten Frieden zu schaffen verständigt hat. Klar war den Teilnehmern, dass Frieden zu machen ein schwieriges Unterfangen ist. Vor allem geht es darum, sich selbst in Frage stellen zu können und dran zu bleiben. „Frieden ist inzwischen ein romantischer Begriff geworden, dabei ist es harte Arbeit."

In dem Film „Jamaica - No Problem" wurde von dieser harten Arbeit berichtet: Durch den Einsatz eines Pfarrers konnten verfeindete Banden sich zusammen an einen Tisch setzen, die Waffen abgeben und Frieden schließen.  

Dass die Verhältnisse in Brasilien und Jamaika andere sind, heißt aber nicht, dass Frieden für Deutschland kein Thema sei. Dalferth regte einen „Tag der Nachbarschaft" an, an dem man sich aktiv um seinen Ort und für die Menschen um einen herum interessiert. So könnten Probleme und Streitigkeiten besser behoben werden.

Dalferth erzählt von einer Gegend in Brasilien, wo sich solch eine Tradition entwickelt habe. Die Menschen seien allerdings nicht aus Eigeninitiative darauf gekommen. Weil der Fernsehturm kaputt und es kein Programm gab, unternahmen die Menschen plötzlich wieder etwas zusammen und trugen damit auch ein Stück zum Frieden in der Region bei.

 

Weitere Veranstaltungen der Friedensdekade sind der ökumenische Friedensweg von der St.Gallus-Kirche zum Marktplatz am Samstag, den 12. November um 11.30 Uhr der ökumenische Gottesdienst zum Buß- und Bettag am Mittwoch, den 16. November um 19 Uhr in der St. Gallus-Kirche.