Welzheim (ird).
Das fünfte Welzheimer Frauenfrühstück des interreligiösen Dialogs und Friedensgebets fand im Dietrich-Bonhoeffer-Haus statt.
Wieder hat das Vorbereitungsteam, bestehend aus Frauen der
katholischen
und der evangelischen Kirche und der Moscheegemeinde eine rundum
gelungene Veranstaltung organisiert.
Die Regionalkoordinatorin für Migration, Frau Niehues war beeindruckt,
was die Welzheimer Frauen auf die Beine stellen und wie angeregt die
Gespräche an den (bewusst) gemischt besetzten Tischen waren.
Auf Grund des Ferientermines war die Veranstaltung schwächer besucht als
im vorigen Jahr. Aber mehr als 50 Frauen erfreuten sich an einem
fantastischen deutsch-türkischen Büffet und an einem interessanten
Vortrag über die besonderen Schwierigkeiten in der Jungenerziehung.
Der Friedensgebetsmitarbeiter Eduard Riethmayer war ein hervorragender
Ersatz für den kurzfristig erkrankten Referenten Tilman Kugler. Herr
Riethmayer ist als Lehrer, Magister der
Erziehungswissenschaftler und Psychologe in
der Lehrerausbildung tätig.
Mit einem Quiz gleich zu Beginn seines Vortrags, weckte er die
Aufmerksamkeit aller Frauen, so dass sie gerne auch dem theoretischen
Teil seiner Ausführungen zuhörten.
Da die Kindererzieung der frühen Jahre zumindest bis zum 10. Lebensjahr
zu 80% von Frauen übernommen wird,haben Jungen Identifikationsprobleme.
Das führt zu Verunsicherungen. Jungen suchen sich dann häufig virtuelle
Helden in Computerspielen.
Denn Jungen sind anders als Mädchen. Zum Glück wird dies in der
Wissenschaft inzwischen deutllich gesehen und z.B. bei der
Lehrerausbildung gelehrt. Aber noch viel mehr ist es für Eltern wichtig,
Unterschiede zu kennen und zu akzeptieren.
- Jungen wollen toben, was auch aggressiv sein kann
- Jungen lesen weniger als Mädchen, dabei ist lesen unerlässlich für den
Schulerfolg
-Jungen überschätzen ihre Fähigkeiten eher als Mädchen,d.h. sie sehen
weniger die Notwedigkeit des Übens, sondern wollen schnell was Neues.
Aber nicht nur die diversen Forschungergebisse faszinierten die
Besucherinnen, Herr Riethmyer zeigte auch einige praktische
Erziehungshilfen:
- Schulleistungen immer begleiten; nachfragen, wie eine Note zustande
kommt, da Jungen auf Grund ihres Verhaltens zum Teil schlechter
beurteilt werden als Mädchen
- Gruppenativitäten fördern, z.B. Mannschaftssport
- Fernsehen nicht verteufeln, gemeinsam fernsehen. Kein Fernseher im
Kinderzimmer und beim Essen.
- Pflege von Freundschaften als Alternative zu Medienkonsum.
- ein fester Vater-Sohn-Tag
- Männerwochenende
- Männliche Sporttrainer bzw Musiklehrer und Nachhilfelehrer
- den Kontakt zum Opa verstärken
Es waren Vorschläge, die in jeder Familie angewendet werden können und
die deshalb als sehr hilfreich empfunden wurden.
Wilma v. Querfurth, die auch schon die Gäste begrüßt hatte, schloss
die Veranstaltung mit einem Segensgebet für Frauen.
Und alle waren sich einig: Ein schöner, erfüllter Vormittag!
Segen für Frauen
Gottes Segen komme zu uns Frauen,dass wir stark sind in unsererschöpferischen Kraft,dass wir mutig sind in unserem Recht.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,dass wir Nein sagen, wo es nötig ist,dass wir Ja sagen, wo es gut ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen,dass wir schreien, wo
Unrecht ist,
dass wir schweigen, wo Entsetzen ist.
Gottes Segen komme zu uns Frauen, dass wir Weisheit suchen
und finden,
dass wir Klugheit zeigen und geben.
Gottes Segen komme zu uns Frauen, dass wir die
Wirklichkeit verändern,
dass wir das Lebendige fördern.
Dass wir Gottes Mitstreiterinnen sind auf Erden. Amen.
Vorschau:
Am Samstag, 28. Mai, findet der Jahresausflug des Friedensgebets und interreligiösen Dialogs statt. Motto: Stuttgart anders erleben. Es ist um 8.30 Uhr Abfahrt am Kirchplatz und der Moschee mit einem 50-sitzigen Bus. Dann geht es zur Grabkapelle Rotenberg, RitterSport, Stuttgarter Fernsehturm, Eberharddom und Stiftskirche. Gemeinsamer Abschluss ist in einer türkischen Gaststätte. Es stehen je 25 Plätze für Moschee und 25 Plätze für Kirchen statt. Preis 12 Euro. Anmeldungen bei Martin Becker, Tel. 935511.