Steiff
Welzheim (mb).
Das Friedensgebet und der interreligiöse Dialog Welzheim haben zusammen ihren traditionellen Jahresausflug auf den Spuren Margarete Steiffs unternommen.
Erstmals begann der jährliche Tagesausflug mit einem Besuch des Filmcasinos Welzheim. Gezeigt wurde der Film über das Leben und Wirken von Margarete Steiff. Tief beeindruckt waren die Muslime vom Mut und der Energie dieser behinderten Frau, die vor 150 Jahren in Giengen an der Brenz geboren wurde.
Über die schwäbische Alb fuhren dann von Welzheim nach Giengen zwei große Busse mit Menschen aus Kirche und Moschee. Während eines Spazierganges konnten das Geburtshaus Margarete Steiffs, ihr Wohnhaus und die gläsernen 100 Jahre alten Fabrikhallen bestaunt werden. In der Stadtkirche zu unserer lieben Frau wurde Margarete Steiff getauft und konfirmiert. Der Bibelvers: „Gott spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen. Meine Kraft in ist in den Schwachen mächtig" begleitete diese Frau lebenslang. Ein Stundengebet, geleitet von Martin Becker in dieser Jugendstilkirche, folgte und die Anwesenden stimmten den Lieblingschoral „Sollt ich meinem Gott nicht singen" an.
Das Erlebnismuseum Steiff begeisterte mit seinen Stofftieren Jung und Alt. Eine Teilnehmerin meinte, dass mit diesem Besuch ein Kindertraum für sie in Erfüllung ging. Eine Führerin meinte, dies sei die erste Gruppe mit türkischen Frauen im Hause Steiff.
Der Tag endete mit einem Besuch in der Heidenheimer Moschee und der Teilnahme am Nachmittagsgebet. Die Heidenheimer Muslime empfingen die Gäste aus Welzheim mit einem sagenhaften türkischen Buffet, das allen in Erinnerung bleibt. Dabei gab es viele Gespräche und Begegnungen. Der Vorstand der Heidenheimer Moschee ist seit 25 Jahren bei der Feuerwehr und begrüßte in astreinem „älblerisch". Ein weiteres Vorstandsmitglied erzählte von seinem Besuch in einer Kirche. Ihn beeindruckte sehr, dass die Gläubigen persönliche frei formulierte Gebete in den Gottesdienst einbrachten. Auch sie hatten noch nie eine so große Dialoggruppe bewirtet. Begeistert vom Ausflug und voll guter Laune fuhren die muslimischen und beeindruckt von der Gastfreundschaft der Heidenheimer Moschee die christlichen Teilnehmerinnen nach Hause.
Begegnungen dieser Art sind wichtig, um einander langsam näher zu kommen und die sprachlichen Barrieren mit viel Geduld, Liebe und Hingabe zu überbrücken. Es ist notwendig das Gemeinsame zu betonen und das Trennende respektvoll zu begleiten, sagte Martin Becker, dem für diesen Tag überschwänglich gedankt wurde. „Für mich lohnt sich so ein Tag, wenn ich die leuchtenden Augen der Altgewordenen sehe beim Anblick der wunderschönen Steiff-Tierchen und ein ehemaliger türkischer Gastarbeiter erstmals mit seiner Frau ein Museum besucht und sie gemeinsam zu strahlen beginnen."
Das Friedensgebet und der Dialog planen für dieses Jahr eine Reise in das türkische Mardin an der syrischen Grenze und für das kommende Jahr auf besonderen Wunsch der Kinder wieder eine gemeinsame Freizeit im Allgäu.
Weitere Ausflüge sind geplant, die muslimischen Frauen schlugen als Ziele vor: München, den Kölner Dom, das Ulmer Münster und Berlin.